Sicherheit und Funktionalität im Tunnel - mit unseren Kabelverlegesystemen

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Tunnelanlagen in alpinen Regionen stellen hohe Anforderungen an die Elektroinstallation.

Neben den geologischen und klimatischen Bedingungen sind es vor allem des Brand- und Personenschutzes, die bei der Planung im Vordergrund stehen. Kabelverlegesysteme müssen im Ernstfall neben mechanischer Stabilität und Korrosionsbeständigkeit, auch den Funktionserhalt gewährleisten. Dabei kommen unterschiedliche Produktlösungen zum Einsatz, die jeweils spezifische Aufgaben erfüllen.

Kabelverlegesysteme bilden die Grundlage für die strukturierte Führung von Kabelleitungen. Kabelrinnen aus Edelstahl sind besonders korrosions- und temperaturbeständig und werden dort eingesetzt, wo hohe Belastungen und langfristige Haltbarkeit gefordert sind. Gitterrinnen, wie beispielsweise unsere MTC, bieten durch ihre offene Bauweise eine flexible Kabelführung bei gleichzeitig geringerem Eigengewicht und lassen sich auch bei engen Platzverhältnissen im Tunnel effizient montieren.

Eine wichtige Rolle spielt der Funktionserhalt im Brandfall. Systeme, die die Anforderungen an E 30 bzw. E 90 erfüllen, stellen sicher, dass auch nach 30 bzw. 90 Minuten Feuerentwicklung sicherheitsrelevante Anlagen wie Notbeleuchtung, Lüftung oder Kommunikationssysteme weiterhin mit Energie versorgt werden. Gerade in Tunneln ist diese Eigenschaft entscheidend, um eine geordnete Evakuierung zu ermöglichen.

Besonders hervorzuheben sind die Handlaufsysteme aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK). Sie übernehmen eine doppelte Funktion: Einerseits dienen sie als Orientierungshilfe für Personen, die im Evakuierungsfall den Weg zu Notausgängen finden müssen. Andererseits integrieren sie Kabelkanäle und teilweise auch Notbeleuchtung, wodurch sie zugleich ein Teil der elektrotechnischen Infrastruktur sind. GFK-Handläufe zeichnen sich durch ihre hohe Temperatur- und Formbeständigkeit aus, sind schwerentflammbar, selbst löschend und halogenfrei. Das bedeutet, dass im Brandfall keine giftigen Gase entstehen, was die Sicherheit für Menschen zusätzlich erhöht.

In der Praxis zeigt sich der Nutzen dieser Systeme deutlich. Im Gotthard-Basistunnel, dem längsten Eisenbahntunnel der Welt, wurden 8.000 Meter unserer Edelstahl-Kabelrinnen sowie Sondertragkonstruktionen verbaut, ergänzt durch 120.000 Meter GFK-Handläufe mit integrierter Beleuchtung. Sie gewährleisten nicht nur die Stromversorgung, sondern auch die sichere Selbstrettung. Auch im traditionsreichen Großen St. Bernard-Tunnel setzt man auf Kabelverlegesysteme von Niedax. Rund 5.400 Meter Kabelrinnen und 1.400 Meter Gitterrinnen sichern dort den Funktionserhalt E 90. 

Für die A9-Südumfahrung bei Visp lieferte Niedax über 18.000 Meter Gitterrinnen samt Aufhängungskonstruktionen sowie 88.000 Meter Kabelleitern aus glasfaserverstärktem Kunststoff. Durch die Kombination der Gitterrinne MTC mit mehrlagigen GFK-Kabelleitern konnten variable Lösungen realisiert werden, die den begrenzten Raum optimal nutzen und eine effiziente Elektroinstallation ermöglichen – inklusive Beleuchtung und Energieversorgung.

Diese Beispiele verdeutlichen, dass die eingesetzten Kabeltragsysteme nicht nur passive Tragelemente sind, sondern integraler Bestandteil der Sicherheitstechnik moderner Tunnelanlagen. Sie vereinen mechanische Stabilität mit Brandschutz und Funktionserhalt und tragen so entscheidend zur Betriebssicherheit und zum Schutz von Menschen bei.