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Feuerverzinken

Bei der Feuerverzinkung wird der Stahl in eine flüssige Zinkschmelze (450 Grad) eingetaucht. Unter dem Begriff Feuerverzinken, fallen zwei Verfahren. Zum einen das Stückverzinken, das auch Tauchfeuerverzinken bzw. diskontinuierliches Feuerverzinken genannt wird. Zum anderen das Bandverzinken, das auch als kontinuierliches Feuerverzinken oder Sendzimirverzinken bezeichnet wird. Die Verzinkungsverfahren unterscheiden sich durch unterschiedliche Schichtdicken (ISO 1461) und Korrosionsschutzeigenschaften.

 

Korrosionsschutz

Die Feuerverzinkung ist ein langlebiger Korrosionsschutz, auch an schwer zugänglichen Stellen und in Rohren, Hohlprofilen und generell an Schweißteilen. Eine Schutzdauer von 50 Jahren und mehr ist die Regel. (Umweltbundesamt -Zinkkorrosionskarte)

 

Mechanische Belastbarkeit

Ein Zinküberzug geht eine Legierung mit dem Stahl ein und ist somit unlösbar mit ihm verbunden. Deshalb bietet eine Feuerverzinkung einen zuverlässigen Schutz gegen mechanische Einflüsse. Bei extremer Beanspruchung können trotzdem Kratzer und Schrammen auftreten. Bei derartigen Beschädigungen wirkt der so genannte kathodische Schutz, der auf elektrochemischem Wege eine Barriere aufbaut und somit auch Schadstellen vor Korrosion schützt. Dies bedeutet, dass sich bei einem verzinkten Bauteil, das beschädigt wurde, an der beschädigten Stelle das umgebende Zink „opfert“ und den Stahl schützt.

 

Nachhaltigkeit

Feuerverzinkter Stahl ist dauerhaft, wieder verwendbar, instandsetzbar und recyclingfähig und damit ein perfekter Werkstoff für eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft und das zirkuläre Bauen.

 

Vorteile des Feuerverzinkens:

Feuerverzinken bietet einen sehr guten, langfristigen Schutz vor Rost, auch an schwer zugänglichen Stellen und in Rohren, Hohlprofilen und generell an Schweißteilen.

Die Oberfläche ist abriebfest, stoß- und kratzbeständig und selbst kleinere Beschädigungen lassen sich leicht mit Zinkstaubfarbe ausbessern. 

Feuerverzinkte Bauteile sind nahezu wartungsfrei und erreichen je nach Umgebung eine Lebensdauer von 25 bis 100 Jahren. Das wird durch jahrzehntelange Erfahrung in den jeweiligen Einsatzgebieten (Freibewitterung) vor Ort bestätigt.

Bei Kratzern und Schrammen wirkt der so genannte kathodische Schutz, der auf elektro-chemischem Wege eine Barriere aufbaut und somit auch Schadstellen vor Korrosion schützt.

Dank der metallurgischen Verbindung beim Feuerverzinken zwischen der Zinkschicht und dem Stahlmaterial des Bauteils, schützt diese Methode des Verzinkens am bestens vor der sog. Grundkorrosion.

Die Schichtdicke (45-150 µm) ist abhängig von der Materialstärke des Grundmaterials und ist in der ISO 1461 geregelt.

Bei feuerverzinkten Oberflächen tritt mit der Zeit eine Oxidation der Zinkoberfläche in Erscheinung, welche zur Folge hat, dass sich die ursprünglich glänzende, helle Oberfläche allmählich in eine dunkelgraue Oberfläche verwandelt. Es handelt sich um eine natürliche Oxidation der Zinkschicht, die sich mit diesem Prozess chemisch stabilisiert und widerstandsfähiger wird

Die Legierungsschicht (Zink-Eisen) ist hart und widerstandsfähig gegen Abrieb und Stöße.

  • Ideal für Bau- und Konstruktionsteile

Schäden an der Zinkschicht können gemäß ISO 1461 in engen Grenzen nachgearbeitet werden - es muss ggf. nachverzinkt oder es kann mit Zinkstaubfarbe ausgebessert werden.
 

  • Zink ist ein natürliches, recycelbares Element.
  • Die Verzinkungsanlagen arbeiten abwasserfrei
  • Feuerverzinkte Produkte haben eine lange Nutzungsdauer und reduzieren Instandhaltungsaufwand

Die Kombination aus langer Lebensdauer und geringem Wartungsaufwand macht Feuerverzinken trotz höherer Anfangskosten langfristig zu einer wirtschaftlich attraktiven Lösung.

 

Nachteile des Feuerverzinkens:

Beim Eintauchen in das Zinkbad (ca. 450 °C) kann es zu Verformungen, insbesondere bei dünnwandigen oder asymmetrischen Bauteilen, kommen.

Durch den Zinkauftrag kommt es zu Toleranzänderungen, was bei präzise passenden Bauteilen problematisch sein kann.

Bei Hohlkörpern muss auf ausreichende Entlüftung und Auslauföffnungen geachtet werden, also ist eine Verzinkungsgerechte Konstruktion nötig.

Andernfalls kann es beim Eintauchen in das Zinkbad zu Explosionen kommen, die zur Zerstörung des Bauteils, zu Personenschäden, zu unvollständiger Verzinkung oder zur Beschädigung der Anlagentechnik führen können.

Die Oberfläche nach dem Taufeuerverzinken reicht von hellglänzend bis dunkelgrau, je nach (Si) Silizium- und (P) Phosphoranteil im Grundmaterial.

Durch den Sauerstoff der Umgebungsluft verwandelt sich die ursprünglich glänzende, helle Oberfläche allmählich in eine dunkelgraue Oberfläche, was keinen Einfluss auf die Korrosionsbeständigkeit hat.

Da die Oberflächen meist nicht glatt sind, können Zinkblumen, Tropfnasen, Rauigkeiten und Schlackeneinschlüsse entstehen, diese sind gemäß ISO 1461 im gewissen Maße zulässig bzw. müssen nachgearbeitet werden. 

Für sichtbare Bauteile (z. B. im Architekturbereich) ist das manchmal optisch problematisch, aber innerhalb der ISO 1461 zulässig.

 

Stähle mit einem kritischen Silizium- oder Phosphorgehalt (Sandelin-Bereich und Hoch-Silizium-Bereich) führen zu übermäßiger Zinkauflage oder spröden Zinkschichten.
 

Das gesamte Bauteil wird verzinkt - eine gezielte Verzinkung einzelner Bereiche ist nicht möglich bzw. nur nach manueller Vorbereitung.

Gewinde, Gleitflächen oder Passungen müssen nachbearbeitet oder maskiert werden.

Schweißen von verzinkten Oberflächen erfordert besondere Maßnahmen, da gesundheitsgefährdender Schweißrauch entsteht.

Die Pulverbeschichtung feuerverzinkter Bauteile bedarf einer besonderen Oberflächenbehandlung (sweepen).